Meine Geschichte 2teil

Der Arzt redete, redete und redete doch ich hörte schon längst nicht mehr zu. Das einzigse was ich wollte war nach Hause zu gehen. Ich stand auf, wie im Traum. Ging zur Tür und lief los … Am Ende des Flurs war schon Schluss. Da standen dann zisch Pfleger und liesen mich nicht gehen.
Aber man konnte mich nicht zum bleiben bringen. Ich unterschrieb das ich auf eigen Verantwortung das Krankenhaus verlassen würde …. und ging ….

Auf den Weg nach Hause ging mir alles durch den Kopf… wie geht es jetzt weiter…. was sagte er von 9 Monaten Lebenszeit …. was von einer OP .… wie soll ich das nur Stefan beibringen … was ist jetzt … das kann es doch nicht gewesen sein … NEIN …

Ich fuhr nicht einmal nach Hause, weil ich Angst hatte, dort allein zu sein. Ich fuhr zur einer Freundin. Ich erzählte Ihr was geschehen sei und was ich erfahren hatte.
Die Zeit verstrich …
… wir saßen im Auto und sprachen kein Wort. Sie hielt nur meine Hand, irgendwann dann sagte sie mir:  Jacki egal was der Arzt gesagt hat, Du schaffst das. Ich werde immer da sein …
… und das ist sie wirklich … Danke Esther

Am späten Abend dann saß ich zu Hause auf dem Sofa, wartete bis Stefan von der Arbeit kam. Die ganze Zeit über, überlegte ich mir wie ich es Ihm sagen sollte. Ich legte mir die Worte zurecht. Alles genau geplant. Doch es sollte anders kommen.

Er kam … sah gleich das was nicht stimmt. Setzte sich zu mir und fragte was geschehen sei.
Ich bekam kein Wort raus … erst da fing ich an wirklich zu Realisieren, da erst verstand ich was mir mitgeteilt wurde. Ich fing an zu weinen, plötzlich verlor ich alles was mir bis dato mein halt gab …

Nachdem ich mich gefasst hatte. Erzählte ich Ihm alles, was ich noch wusste. Er dachte erst ich wolle Ihn verarschen …. ach quatch waren seine ersten Worte … er konnte es nicht glauben ….
Ja so unglaublich das auch alles klingt, es war die Realität. Jetzt spürte und nahm ich erst meine Angst wahr, plötzlich war der Tod mir so nah wie noch nie. Er griff förmlich nach mir und ich fragte mich. Ob ich Stefan das an tun kann? Dürfte ich verlangen das er bei mir bleibt, dass alles mit mir durch steht … Ich verlor mich in meinen Gedanken, es war plötzlich meine eigene Welt, wo niemand mehr Platz hatte. Ich konnte den Gedanken nicht ertragen, das ich Stefan zugemutet werden kann. Ich wollte das er Glücklich ist, ich wollte am liebsten … das er mich einfach verlässt …

Doch das tat er nicht, er bliebt.
Immer wieder sagte er “ wir schaffen das!

Ich liebe Dich Stefan und ich bin froh Dich an meiner Seite zu haben. Das Du all meine Launen, meine Ängste aber auch die glücklichen Momente mit mir teilst.

Die Chemotherapie stellte ich mir schlimm vor. Doch es übertraf meine schlimmsten Befürchtungen. Ich dachte immer es ist schlimm nicht zu wissen was einen erwartet, aber jetzt jetzt finde ich das es schlimmer ist zu wissen was da kommt. 
Den ersten Chemoblock vertrug ich ja noch ganz gut nur leider sollte auch das nicht von dauer sein. Denn den 2 Block vertrug ich dann nicht mehr so gut. Mir war übel, ich musste ständig spucken. Konnte mich kaum bewegen, mir tat alles weh, es ging mir einfach nur noch schlecht. Dazu waren meine Blutwerte im Keller, mein Hirndruck war enorm hoch … ach es passt einfach nichts  mehr … 
Das schlimmst für mich war wohl, dass ich mein Harre verloren habe. Jedesmal, wenn man sich im Bett bewegt hatte, lagen die Haare auf dem Kissen. 
Da es nicht mit anzusehen war wie ich Tag für Tag immer mehr Haar verlor, bat ich Stefan sie mir abzurasieren. Sicher keine leichter Bitte. Doch er tat es. 

Nachdem sie dann alle weg waren, wusste ich plötzlich nicht mehr wer ich bin. Ich hatte das Gefühl im Spiegel einen fremden ins Gesicht zu schauen. Ich wollte oder konnte einfach nicht wahr haben das ich das da sein soll. Wer bin ich, was passiert hier eigentlich ??? Ich hatte das Gefühl mich auf dem Weg verloren zu haben …

Ich verbrachte viele meiner Tage am stück in der Klinik hatte ich dann mal besser Werte und es ging mir einiger maßen gut, dürfe ich nach Hause. Es war ein ewiges auf und ab, ich wäre am liebsten nur noch zu Hause geblieben, wollte mein Bett nicht mit dem Krankenhausbett tauschen. Nur zu Hause hatte ich das Gefühl kraft tanken zu können. Doch es blieb mir doch nichts anderes übrig als doch immer wieder die langen Wochen im Kh zu verbringen.
Bis zu dem Zeitpunkt wo der Arzt kam um mir mitzuteilen, das es nicht den erwünschten Erfolg bringen würde und das „Teil“ gewachsen wäre

…Schock………………

Wozu jetzt noch weiter machen, wenn es doch eh nichts bringt außer leid und scherz. Ich hatte keine Kraft mehr, mein Mut war verschwunden, ich unterbrach die Therapie.

Alle waren schockiert und konnten es nicht nachvollziehen. Vielleicht ist es auch verständlich haben sie doch nie am eigenem Leibe erfahren wie das ist… doch meine Kraft war weg, ich konnte einfach nicht mehr …

Nachdem ich mich wieder gefasst hatte, wieder etwas bei Kräften war, begann ich doch wieder mit der Therapie. Allerdings mit einer Änderung, ich wollte nicht wieder wochenlang im Kh bleiben. Wollte nach Hause in meine Umgebung, in meinem Bett in meinen vier Wänden. Ich wusste das nur das mir gut tut und auch helfen kann. Also fingen wir an die Chemo ambulant zu machen. Alles ging von vorn los, die Schmerzen, die Übelkeit, einfach alles war wieder da.
Doch ich hielt durch und machte weiter. Es machte mich ein stück Stärker, zu wissen ich kann wieder nach Hause.
Sie behielten mich nur noch da, wenn mein Werte enorm mies waren und es nicht anders ging.

Immer wieder schaften es mein Freunde mich aufzubauen und zu ermutigen …
Meine Freunde, meine Familie die während der ganzen Zeit um mich waren und auch immer noch sind, gaben und geben mir immer wieder Kraft. Sie sind da in jeder Lebenslage. Dafür bin ich vom Herzen dankbar.

Es gab und gibt aber auch Menschen  mit denen ich nicht immer gute Erfahrungen gemacht habe. Viele schauten mich an, als sei ich vom All. Sie schauten nicht nur sondern starrten. Es kamen Sprüche von jungen Erwachsenen, Jugendlichen, von älteren Menschen. Teilweise war es unter der Gürtellinie, Respekt los mir gegenüber. Es zog mir die Schuhe aus, ich wurde oft verletzte und musste erstmal lernen damit umzugehen, damit zu leben. Es dauerte, aber ich schaffte es. Vor allem auch weil ich so tolle Menschen hatte die mir den Rücken stärkten.
Heute wenn ich darüber nachdenke warum die Menschen wohl so reagierten, sage ich mir das sind Menschen die keine Ahnung hatten, vielleicht auch aus Angst und Unsicherheit. Das sie sich wohl noch nie im Leben damit auseinander setzten mussten. Ich wünsche es ihnen auch nicht …

Zwischen dem ganzen Mist habe ich aber auch wunderschöne Tage verbringen können. Ich habe wunderbare Freunde die stets da waren und da sein werden. Die mir mein Leben oft mit Freude und Liebe füllen.

Ich habe durch meine Krankheit liebe Menschen Kennenlernen dürfen, die ich heute nicht mehr missen möchte. Zu einigen besteht eine tiefe innige Verbundenheit die man so nicht in Worte fassen kann.
Ich bin Dankbar das es Euch gibt!

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