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Archive für September 2008
“Amicus fidus rarus est”
28.9.2008 von Leann.
Heute Sonntag, Unser Tag der Ruhe. Der Tag an dem wir Dinge und tatsachen sein lassen, wie sie sind. Nicht weiter darüber nachdenken was war, ist oder sein wird. Heute muss der Stefan jedoch mal wieder arbeiten, so das ich auch dazukomm mal wieder einen kleinen Eintrag zu schreiben.
Heute kommen erstmal die guten Nachrichten (-: Die Chemo greift!!!!! Der Tumor und meine Metastasen werden kleiner sowie 2 davon sogar ganz verschwunden sind. Diese Nachricht hat mir persönlich natürlich auch etwas Aufschwung verpasst.
Das meine Haare nun wieder vollkommen weg sind ist der lauf der Dinge. Dabei hatte ich mich schon so an meine “roten” Locken gewöhnt. Jetzt ist wieder alles wech. Auch wenn ich das schon kenne ist das eine Umstellung und man muss sich erst wieder damit abfinden. Eine Perücke hilft mir dabei, mich besser zu fühlen, unter Menschen gehen zu koennen ohne immer gleich angestarrt zu werden. Wobei das auch eine “lustige” sache ist, wenn mich die Leute nun mit länger Haaren sehen. Wenn ich ehrlich bin passt die Perücke so garnicht in mein momentanes budget.
Womit ich mich im moment noch so befasse sind wohl eher die Fragen. Freunde? Ab wann kann man Menschen Freunde nennen, wann sind sie nur Bekannte oder einfach “nur” Personen die man kennt??? Welche darf ich zu Freunden zählen, was zeichnet eine Freundschaft für mich aus? Was denken die anderen darüber?
Ich finde das Freundschaft ein wertvolles Geschenk ist. Zur jeder Freundschaft gehört auch ein stück Arbeit, Zeit und Vertrauen, man sollte sie pflegen. Sich alles erzählen koennen ohne Angst. Man sollte sich seine fehler verzeihen und aufeinander zugehen koennen. Sich Tolerieren und auch Endschuldigen koennen, denn in jeder Freundschaft kommen auch Streits oder Auseinandersetzungen vor. Jede Freundschaft ist induviduell, in seiner Gesamtheit einzigartig.
Ich denke auch ich habe das ein oder andere in Freundschaften investiert. Sie versucht zu pflegen, zu halten. Von manchen ist man später vielleicht enttäuscht worden, von anderen überrascht. Aber jede Freundschaft hat mir bisher auch was gelert.
Was ist Freundschaft für Euch oder für sie??? Steh ich damit allein da, ist es nicht ein füreinader und miteinander, nicht nur einseitg?
Im moment weiß ich nicht wo ich stehe!
Ich bekomme E.mails, Anrufe, Vorwürfe. Warum ich dies oder jenes nicht mehr mache. Warum melde ich mich nicht jeden Tag, warum bekomm ich kein Passwort. Bin ich Dir denn so unwichtig geworden /nichts wert? Leute, kein Mensch ist mir unwichtig und schon garnicht, nichts wert. Bei solchen Anfragen, stellt sich mir doch echt die Frage, komm ich so “kühl” rüber? Ich kann nicht genug sagen, das ich mich über jedes nette und liebe Wort freue. Wenn ich weiß da denken auch Menschen an mich, die mich eigentlich nicht “persönlich” kennen. Doch bitte versteht, das ich mich einfach nicht jeden Tag melden kann. Nicht jeden Tag vor dem Pc hocke. Ich auch hier ein Leben habe. Ein Leben, das mich viel Kraft und Energie kostet. Ich mich nicht jeden Tag gut fühle, schmerzen habe, müde und einfach nur schlapp bin. Ich dann nix weiter als meine Ruhe mein Bett und allein mit mir sein möchte. Eigentlich bin ich es auch leid, mich immer Endschuldigen oder rechtfertigen zu muessen. Ist doch kein Wunder das ich dann keine Lust mehr habe, mich überhaupt zu melden, bei niemanden, weil er oder sie dann annehmen koennte, ich melde mich jetzt jeden Tag und wenn das nicht mehr passiert, ich ja kein Intresse mehr haben koennte!? Schwachsinn!!! Ich glaube ich koennte noch viel dazu schreiben, aber ich glaube es ist besser ich belass es dabei. Vielleicht versteht ja der ein oder andere was ich meine oder sagen wollte. Vielleicht auch nicht, aber ich habe es versucht.
Jetzt ist der Eintrag doch länger geworden als Gedacht und eigentlich wollte ich auch garnichts davon schreiben, aber irgendwie lief es gerade so. Dann sollte es wohl so sein.
Hab zum Schluss noch ein Foto für Euch, von dem Feuer was wir gestern Abend machten
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Hic et nunc
15.9.2008 von Leann.
Die Woche verstreichen …
ich habe zwar noch immer Schmerzen und die Chemo an sich ist kein Spaziergang, aber es geht mir davon mal abgesehen, gut.
Auch hatte ich ein schoens Wochenende. Stefan hatte endlich mal wieder frei, so das wir es zusammen genießen konnten. Draussen an der frischen Luft waren, auf einem Fest. Haben meine Familie besucht und gestern Abend haben wir noch einen netten Abend mit Freunden verbracht.
Im großen und ganzen war es einfach mal wieder schoen!
Die Nebenwirkungen der Chemo äußern sich wie vorher auch zuerst immer mit der Übelkeit und den Magenschmerzen. Dann schleicht es sich langsam im Körper aus und mir tut alles weh. Momentan ist es auch so, das ich wieder kahle Stellen am Kopf habe. Seh aus wie nen gerupftes Huhn, wie ich finde. Aber noch kann ich es mit den andern Haaren überdecken, ich glaube nur nicht mehr lange … es wird sich zeigen … Die Chemo bekomme ich ambulant so das ich am Abend oder späten Nachmittag nach Hause kann. Meine Abende mit Stefan genießen und in meinem Bett schlafen kann.
Ich konnte ein paar Tage kein anständigen Satz schreiben geschweige denn formulieren. Ich würfelte alle Wörte durcheinander, so das man kaum verstand. Aber wie man sieht hat sich das wieder gebessert ![]()
Die letzten Wochen war ein ständiges auf und ab. Ich hatte viel mit mir zu kämpfen. Ich hatte viele Fragen und keine Antworten. Ich hatte das Gefühl, es wird soviel für mich Endschieden, doch wo blieb ich dabei. Wird dabei auch beachtet was ich möchte? Ich weiß das all die Menschen die mich Unterstützen, nur das Beste für mich wollen. Oft aber nicht sehen das nicht ich das bin die das so will, sondern sie selber. Manchmal muss man eben Endscheidungen treffen die den anderen nicht gefallen. Sie dies oder das anders machen würden. Doch für einen selbst nur diese Endscheidung so getragen werden kann. Ich frage mich oft, würden sie sich denn wirklich so Endscheiden wären sie in der Situation!? Es hat mich viel Kraft und Überwindung gekostet mein Mund, dann doch auf zumachen. Jetzt geht es mir besser, weil ich weiß das sie meine Endscheidungen respektieren …. sie es vielleicht nicht so machen würden … aber respektieren und das ist mir das Wichtigste! Ich weiß das sie weiterhin hinter mir stehen werden und alles tun werden mich zu stützen und zu helfen wo es nur in ihrer Macht steht.
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